16. Mai 2022
Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Schon Mai und wir haben die ersten Szenen geschrieben. Wer von uns beiden welchen Teil der Handlung ausarbeitet, haben wir im Februar abgesteckt. Da bin ich für einen intensiven Workshop zu Michael gefahren. In der Nacht vor meinem Aufbruch fegt ein Unwetter über das Land hinweg. Und ich denke noch, mit einem Schmunzeln auf den Lippen: »Ja, jetzt gehst du stürmischen Zeiten entgegen.« Tatsächlich verhaken wir uns manchmal beim Plotten. Ist ja...
01. Mai 2022
Langsam wird es ernst… Derzeit tauschen wir fleißig Infos aus, zu Spielorten, Personen und Ideen, aber ab Mai geht es ans Schreiben, so der Plan. Darum wird es höchste Zeit, dass ich mich nochmal in Katharinas Welt einfühle. In Vorbereitung auf »TABUN«, meinen ersten Thriller mit der erblindeten Protagonistin, hatte ich damals eine ganze Woche blind gelebt. Diesmal haben wir drei Tage geplant, aus Zeitgründen verkürze ich das allerdings weiter. Der unglaublich tolle Start und die...

14. April 2022
Im Vorfeld hat mich stark beschäftigt, wie wir gemeinsam einen Schreibstil finden. Ich sage auch gern »Schreibstimme« dazu, denn die Leser hören unsere Geschichte im Kopf. Außerdem redet jeder anders: Aufgeregt oder ruhig, in schnellem oder eher gemächlichem Tempo, in kurzen oder langen, verschachtelten Sätzen, mit viel oder wenig Fachvokabular und so weiter. Das kennen wir alle, wenn wir Leuten aus dem eigenen Umfeld lauschen. Und schriftlich drücken sich Autoren auch sehr...
31. März 2022
»Katharina hörte, wie er ein Papier aus der Hosentasche zog und es auf dem Tisch glattstrich.« Diesen Satz habe ich in »Tabun« gelesen, dem ersten Fall mit der ehemaligen Staatsanwältin Katharina König. Sie ist als Erwachsene nach einem Anschlag erblindet. Mir fehlt von Geburt an das Augenlicht. Wie ich meine Umgebung wahrnehme, unterscheidet sich also von dem, was Michael über Katharina schreibt. Denn späterblindete Menschen – oder in diesem Fall eine Figur – haben Dinge gesehen,...

23. März 2022
Warum ich mit »Tabun« zusätzlich zu meinen historischen Romanen eine Thriller-Reihe begonnen habe, noch dazu mit einer blinden Protagonistin? Das werde ich oft in Lesungen gefragt. Schließlich schreibe ich schon aufwändige, historische Romane. Zum einen will ich noch ein zweites Genre nutzen, um Themen anders bearbeiten zu können, in der heutigen Zeit und mit größerer Breite. Dass »Tabun« in den Weltkrieg zurückreicht, ist Zufall. In den neuen Bänden wird ein solcher Zeitbezug eher...
14. März 2022
Neben meinen historischen Romanen habe ich 2019 mit »Tabun – Tod aus der Ostsee« eine Thriller-Reihe begonnen. Dieser erste Band ist von der Leserschaft gut aufgenommen worden. Darum wird es Zeit, dass darauf der nächste folgt; und hoffentlich noch viele mehr. Eine Reihe aufzubauen, bringt natürlich Vorteile. Da sie in der Gegenwart spielt, muss ich weniger recherchieren, was den Alltag betrifft. Ich kenne alles aus der eigenen Erlebniswelt. Für das jeweilige Thema, bei »Tabun« das...
06. März 2022
Es ist ein großer Moment bei Michael in Lahr. Ich sitze an dem Arbeitsplatz, den wir für ein paar Tage eingerichtet haben. Konzentriert bereiten wir unser erstes, gemeinsames Buch vor. Der Workshop läuft gut, intensiv – aber davon wollen wir später noch erzählen. Jetzt spüre ich, wie das Herz in meiner Brust ein Stück nach oben steigt und etwas schneller schlägt. Von dem großen Fenster mir gegenüber scheint helles Tageslicht in den Raum. Keine Sonne, aber ich fühle mich trotzdem...

24. Februar 2022
In unserem Thriller nehme ich die Perspektive von Elias ein. Das erfordert, die Welt durch seine Brille zu betrachten, im wahrsten Sinne des Wortes. Und sicher kann er deuten, was ihm andere mit ihrer Körpersprache sagen. Mir fehlt jedoch das Augenlicht. Darum lerne ich für meine Buchprojekte, wie Gesten und Gefühle zueinanderpassen. Vergleichbar ist das mit Vokabeln in der Schule. Wenn ich Romane lese, filtert mein Bewusstsein automatisch alle Wörter und Zusammenhänge. Ich werde stutzig,...
16. Februar 2022
Ich zähle mich nicht zu dem Typ, der oftmals Gesten oder Mimik zeigt. Manchmal gebe ich ein passendes Geräusch von mir. Und wie sollte es auch anders laufen? Das ist, was ich von klein auf gelernt habe. Als blindes Kind werde ich über die Ohren sozialisiert. Außerdem nehme ich Berührungen wahr, sobald ich gestreichelt werde oder jemand meine Hand führt, damit ich einen Gegenstand betasten kann. Meine Mutter macht das heute noch so. Und ihre Aufmerksamkeit, mir die Welt zu erklären,...
07. Februar 2022
Mitte des Monats wird Daniela für drei Tage zu mir kommen. In einem Workshop wollen wir an unserer Idee arbeiten, die Grundlagen schaffen für den nächsten, nervenaufreibenden Fall von Katharina König. Wir werden über Handlungsideen sprechen und abstimmen, wohin sich welche Figur entwickeln soll. Daraus wird der Plot entstehen. Außerdem ist angedacht, dass ich einmal Daniela besuche, um zur Einstimmung im Selbstversuch noch einmal blind zu leben. Doch gegenüber der Woche damals vor...

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